Tannöd

Buchseite und Rezensionen zu 'Tannöd' von Andrea Maria Schenkel
1
1 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Tannöd"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:187
EAN:

Rezensionen zu "Tannöd"

  1. 1
    24. Apr 2014 

    Das Gegenteil von Idylle...

    Die Bewohner eines einsam gelegenen Bauernhofs im tiefsten Bayern werden erschlagen aufgefunden. Eigenbrödler sollen sie gewesen sein, bauernschlau und geizig. Nun wurde die ganze Familie in einer Nacht ausgelöscht, mit der Spitzhacke geradezu niedergemetzelt.
    Der Leser wird Zeuge eines Verbrechens, das auf einem authentischen Fall beruht, und begleitet jeden Schritt des Mörders, ohne dessen Identität zu kennen. Die einzelnen Dorfbewohner berichten, jeder hat eine eigene Version des Geschehenen...

    Stilistisch ist das Buch wie ein Zeitdokument aufgebaut. Berichte verschiedener Augenzeugen und Mitbürger werden protokollarisch wiedergegeben - und erinnern so, wohl nicht ganz zufällig, an eine polizeiliche Untersuchung. Dazwischen gibt es immer wieder Einblicke ins Geschehen aus der Sicht des (unbekannten) Mörders sowie seitenlange Gebete.
    Im Gegensatz zu der realen Vorlage, wo der Mörder nie gefasst wurde, erfährt der Leser am Ende des Buches, wer - wenig überraschend - die Tat begangen hat.

    Da der Roman einen Kriminalfall zum Gegenstand hat, wird er auch als Krimi gehandelt. Schließlich erhielt das Buch - für mich ehrlich gesagt nicht nachvollziehbar - 2007 sogar den Deutschen Krimipreis!
    Für mich ist es jedoch eher eine düstere Erzählung unklaren Genres, eine "Milieustudie, die die ländliche Nachkriegsidylle als Brutstätte von Bigotterie, Inzest, Gewalt und Hinterfotzigkeit entlarvt", wie die Autorin selbst bestätigt.

    Dieses Buch war für mich düster, unspannend, sachlich, langweilig. Es hat mich weder mitgerissen noch sonst irgendwie besonders angesprochen.
    Nur einmal mehr entstand bei mir die Frage, nach welchen Kriterien Buchpreise vergeben werden...

    Von mir gibt´s daher keine Empfehlung - aber wie die Vielzahl an Rezensionen zeigt: auch zu diesem Buch gibt es verschiedene Meinungen...