The Dry

Die Dürre zermürbt jeden
Als Aaron Falk nach fast 20 Jahren in das kleine Städtchen Kiewarra zurückkehrt, tut er dies mit gemischten Gefühlen. Sein damals bester Freund Luke Hadler brachte sich selbst, seine Frau Karen und seinen Sohn Billy um, lediglich das Baby der Familie überlebte.
Gerry Hadler, Lukes Vater, bittet Falk um Hilfe, er kann nicht glauben, dass sein Sohn diese schreckliche Tat begangen hat. Er vermutet, dass es aufgrund der Dürre zu finanziellen Problemen auf der Farm gekommen ist. Falk, selbst Polizist in Melbourne , bleibt nach anfänglichem Zögern, aber die Dorfbewohner sind nicht erfreut ihn wiederzusehen. Sie halten ihn immer noch für den Mörder von Ellie Deacon, die damals tot im Fluss gefunden wurde. Ellie, Luke und Falk verband damals gemeinsam mit Gretchen eine Freundschaft, sie unternahmen viel gemeinsam. Sie waren lange Zeit unzertrennlich. Als in Ellies Zimmer ein Zettel vom Todestag mit Falks Namen gefunden wird, gibt Luke Falk ein Alibi, da dieser allein angeln war. Nun fragt Falk sich, ob Lukes Tod mit damals zu tun hat.......
Die australische Autorin Jane Harper liefert mit The Dry ein gelungenes Debüt ab. Dieser Thriller besticht nicht unbedingt durch reißerische Momente. Er ist aber sehr spannend und bietet dem Leser auch eine interessante Familientragödie. Mir persönlich hat besonders gut gefallen, dass im Verlauf des Buches Passagen aus der Vergangenheit immer neue Teile der Lösung offenbarten. Die Eindrücke verschiedener Personen skizzierten so das damalige Geschehen nach, so dass dem Leser am Ende der Story alles klar wird. Dazu parallel der Mord in der heutigen Zeit, der oft sehr nah an der alten Geschichte liegt, und dem Leser ständig neue Rätsel aufgibt. Jane Harper fängt die Aggression der Dorfbewohner sehr gut ein, man fühlt sich während des Lesens bald selbst in dem kleinen Städtchen, mit allen Anfeindungen konfrontiert.
Die Charaktere des Thrillers werden von der Autorin gut dargestellt. Die Emotionen kommen gut rüber.
Aaron Falk ist die zentrale Rolle im Buch, er ist mit der Vergangenheit verbunden und nun auch direkt mit den aktuellen Vorkommnissen. Raco ist der neue Sergeant Kiewarras und unterstützt Falk, ohne den dieser ohne seine Zuständigkeit nicht viel ausrichten könnte. Gretchen, die vierte im Bund der Jugendfreunde, wohnt nach wie vor in der Stadt und ist die einzige, außer Lukes Eltern, die Falk wohlgesonnen ist.
Im Verlauf des Buches hat man immer mal wieder einen neuen Verdächtigen im Kopf, dies erhöht die Spannung stetig, und lässt auch die eigenen Eindrücke zu den jeweiligen Personen nicht unverändert.
Dieser Thriller hat mir sehr viel Spaß bereitet. Er ist leicht und flüssig zu lesen. Er hat kein rasantes Tempo, wie man es sonst oft von Thrillern gewöhnt ist, dies hat mich aber nicht gestört. Mir gefiel es gut, mir alles nach und nach zu erarbeiten. Jane Harper hat einen stimmigen Thriller verfasst, der eine interessante Geschichte über eine australische Stadt erzählt, eine Stadt mit vielen Geheimnissen, deren Einwohner misstrauisch sind, undurchsichtig zu gern glauben was ihnen erzählt wird.
Dieses Buch erhält von mir 4 von 5 möglichen Sternen
Dynamisch, beklemmend, heißkalt
Es ist heiß in Kiewarra, Australien. Eine wochenlange Dürre plagt Land und Einwohner. Der Farmer Luke Hadler, seine Frau Karen und der sechsjährige Billy werden erschossen aufgefunden. Nur das Baby Charlotte durfte überleben. Erweiterter Selbstmord wird vermutet, die schreckliche Hitze hat Luke in den Wahnsinn getrieben. Als der Bundesagent Aaron Falk, Lukes Jugendfreund, zur Beerdigung anreist, schlägt diesem aber unsagbare Feindlichkeit der Bevölkerung entgegen. Haben Luke und Aaron etwas mit dem Tod eines Mädchens vor zwanzig Jahren zu tun gehabt?
The Dry ist ein ungemein spannender Thriller der Australierin Jane Harper. Trotz der Hitze, die seit Wochen über der Stadt liegt und die beinahe körperlich spürbar ist wie die heiße, staubige Luft, der Geruch nach rostigem Blut, die Alkoholdunst, lässt einen die Geschichte innerlich frieren. Beklemmend, atmosphärisch und psychologisch dicht erzählt Harper von Schuld, Gier, Gewalt und Aggression. Die Handlung ist schlüssig durchdacht, die Auflösung bis kurz vor Schluss unsicher.
Der Wechsel zwischen den aktuellen Geschehnissen und der Vergangenheit verläuft flüssig und ist auch Dank der kursiv gesetzten Erinnerungen Aarons absolut nachvollziehbar.
Die Personen werden sehr authentisch beschrieben. Aaron Falk darf zweifeln, absolut menschlich agieren und trotzdem die Vernunft nicht aus den Augen verlieren. Dem gegenüber baut die Autorin eine eindringliche Dynamik an dumpfer Gewaltbereitschaft der Gegenspieler auf. Dieses Spirale der Unberechenbarkeit mündet letztlich in einem gelungenen Finale.
Großartig gemacht!